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Wie fängt man in der Kehle…

Karpfen

Die Kehle ist ein außerordentlich gutes Karpfengewässer mit einem sehr ausgeglichenen Besatz bestehend aus schönen und sehr gesunden Fischen. Wir bemühen uns um einen regelmäßigen, aber maßvollen Besatz, was dazu führt, dass auch Anfängern der Fang eines Karpfens gelingen kann, aber diese einem doch „nicht so einfach von alleine in den Kescher springen“.

Im Gegensatz zu manch anderen Gewässern (wie bspw. auch dem Willersinn) müssen Karpfen in der Kehle nicht stumpfsinnig mit zumeist unverhältnismäßig großen Futtermengen (verboten!) an eine Stelle gelockt und die Futteraufnahme „antrainiert“ werden. Wer ein gutes Auge und trainierte Instinkte hat, der kann die Fische im Frühjahr und Sommer ganz gut auf Sicht angeln, was einen Wahnsinns Spaß bereiten kann. Wer die Kehle etwas genauer beobachtet, der erkennt die Zugwege der Karpfen und kann diese mit einer Handvoll Boilies (geduldet) auf seinen Köder aufmerksam machen. Bewährt haben sich zumeist eher kleinere Köder, welche leicht schwebend am Haar angeboten werden. Achten sie auf ausreichend Gewicht (schwerer 65 Gramm) der Bleie bei der Selbsthakmethode, ansonsten heben die übervorsichtigen Fische den Köder nur kurz an und lassen diesen wieder fallen. Karpfen sind in der Kehle fast überall anzutreffen, die verschiedenen Trupps spazieren im Sommer den See raus und herunter. Selten werden Fische in der Mitte des Sees gefangen, sondern eher direkt vor den Füßen zwischen den Seerosen oder knapp außerhalb der Seerosenkante. Angeln sie mit ausreichend dicken, monofilen Schnüren und kräftigen Ruten… die Fische schießen bei der Flucht oftmals davon wie Torpedos. Sogenannte „Inline“ Bleie bieten im Vergleich zu Helikopter und Seitenblei Montagen den Vorteil, dass diese sich nicht so leicht in den Seerosen verfangen und die Fische leichter angelandet werden.

Im Sommer ist die Kehle oftmals stark verkrautet, aber das sollte sie als Angler nicht abschrecken. Angeln sie mitten im Kraut, die Karpfen kennen das Gewässer wie sie selbst ihr eigenes Wohnzimmer (die Fische verbringen ihr gesamtes Leben dort, also im Wasser…nicht in Ihrem Wohnzimmer) und sie werden den Köder finden und auch mitten im Kraut aufnehmen, insofern der Köder freiliegend platziert wurde, bspw. durch einen wasserlöslichen PVA Bag oder in dem man den Köder mit Futter „ummantelt“.

Rapfen

Rapfen sind vereinzelt in der Kehle gesehen und bei Bestandprüfungen auch abgefischt worden, es dürften aber immer noch recht große Exemplare vorhanden sein. Man sieht diese abends mit lautem Getöse in die Weißfischschwärme schießen, die Angriffe sind zumeist extrem aggressiv und hart. Bisher wurden Rapfen nur vereinzelt auf kleine Blinker (bevorzugt silberne Tandem Spinner für Döbel) gefangen, welche recht zügig an der Oberfläche geführt wurden und eigentlich den Barschen angeboten wurden. Rapfen sollten auf jeden Fall entnommen werden, das sind keine Fische welche in kleine, geschlossene Gewässer gehören, sondern im sauerstoffreichen Fließgewässer heimisch sind.

Aale

Es ist wirklich erstaunlich, aber die Kehle beherbergt wirklich –wahrscheinlich wenige- aber doch recht kapitale Aale.  Ein eher unregelmäßiger Aalbesatz sorgt dafür, dass immer wieder kapitale Fische nachwachsen können und dieser Fisch nicht vollends aus dem überschaubaren Teich verschwindet. Die Wahrscheinlichkeit einer Abwanderung ist aufgrund der Gewässerstruktur eher unwahrscheinlich. Es gibt sehr wenige Angler, welche diesem Tier in unseren Gewässern nachstellen, die Wenigen welche es versucht haben, wurden teilweise mit dem Fang von recht großen Exemplaren belohnt. Aale suchen vermehrt Unterwasserhindernisse wie versunkene Äste, Bäume oder Steinpackungen auf, bei denen man diese dann auch manchmal tagsüber fangen kann. Erfolgreich sind so einfache Methoden wir der Tauwurm an der freien Leine (aber Vorsicht, die Würmer wühlen sich gerne im Sediment ein) oder in Lachs- oder Fischöl gedipptem, toten Köderfisch welcher mit der Grundmontage oder einer treibenden Posenmontage angeboten wird. Der Aal ist in diesem Gewässer ein wirklich seltener Fisch, aber es gibt ihn.

Schleien

Die Schleie hat ja den Ruf, ein sehr launischer und komplizierter Fisch zu sein, der Verfasser dieser Zeilen weiß, wovon er spricht. Launisch trifft insofern zu, als dass das Fressverhalten der Schleien sehr Wetter- bzw. Luftdruckabhängig ist. Es gibt Monate oder sogar Jahre, in denen man keinen einzigen dieser wunderschönen Fische zu Gesicht bekommt und dann sind sie plötzlich da und fressen ohne Sinn und Verstand und werden dann auch regelmäßig gefangen. Man kann nicht behaupten, dass die Schleie ein sehr vorsichtiger Fisch wäre, allerdings sind sie –aus welchem Grund auch immer- etwas schnurscheu. Das Image eines komplizierten Fisches kommt daher, dass die Schleie einfach sehr langsam frisst und sich für das verschlingen eines Wurmes wahnsinnig viel Zeit nimmt. Diese typischen Hebebisse bei denen man immer ins Leere anschlägt und welche Angler fast verrückt werden lassen, kommen daher, dass die Schleie den Köder Kopfüber vom Grund annimmt und dann versehentlich beim Wedeln mit der Schwanzflosse die Schnur berührt. Sollte man also den Fischen mit der typischen Liftmontage am Waggler nachstellen, sollte man beachten, dass das letzte Blei –welches dann letztendlich der Bissanzeige dient, in dem es vom Fisch angehoben wird- sehr weit vom Hakenköder (20-30cm) angebracht wird.

Die perfekte Art auf Schleien zu angeln, ist das punktuelle Fischen mit der Kopfrute. An sich nimmt die Schleie den Köder gerne vom Grund auf, aber tatsächlich lässt sie sich eher zur Köderaufnahme verleiten, wenn dieser knapp (etwa 5cm) über dem Grund angeboten und immer einmal kurz angehoben wird.

Sehr gute Köder für Schleien sind Pinkies (Kleinere Maden welche etwas agiler und zäher sind), Mistwürmer und gefärbter Mais. Schleien mögen nicht sehr gerne fischige Aromen, aber dafür herbe und bittere Zusatzstoffe. Man sagt, dass dies daher käme, dass die Ausscheidungen von Muscheln aller Art Bitterstoffe produzieren und diese die Fische magisch anziehen. Wir können das nicht beweisen, und wir konnten auch noch keinen Angelkollegen finden, der bereit war, die Ausscheidungen von Muscheln kulinarisch zu testen.

Hecht

Die Kehle ist ein außerordentlich gutes Hechtgewässer und wird in dieser Hinsicht –aufgrund der überschaubaren Größe- total unterschätzt. Aufgrund der Schlauchartigen Form und dem zweitweise starken Krautaufkommens ist es natürlich sehr schwierig, den Hechten mit Blinkern, Spinnern oder Twistern nachzustellen. Man kann keine, weiten, ausschweifende Würfe machen (bitte Rücksicht auf Passanten und Fußgänger nehmen) und man zieht den Kunstköder im Uferbereich sehr oft zu schnell über der Kante nach oben, so dass dieser aus dem Blickfeld der Hechte entschwindet. Es empfiehlt sich daher eine langsame Köderführung (bspw. mit  leicht bebleiten Twistern) oder der Einsatz von toten Köderfischen am System oder an der Pose. Hierbei sind große Einzelhaken statt Drillingen oft besser, weil schonender für die Fische und weil man einfach nicht so oft im Krautbewuchs hängenbleibt. Bei toten Köderfischen an der Pose sollte man unauffällige Posen wählen, da der abziehende Fisch oftmals erschrickt, wenn ihm so ein Bierflaschengroßer Pfropfen beim Biss hinterher saust. Schmale Posen in Zigarrenform kann man auch lautlos anheben und absenken, um den Fisch auf den Köder aufmerksam zu machen.

Rotaugen und Rotfedern

Die Rotaugen in der Kehle gelten als sehr launisch. Man sieht sie, man hört sie an der Oberfläche stupfen, aber sie sind wirklich schwer zu überlisten. Die Kehle Rotaugen können wirklich überall sein, es gibt kaum eine Stelle an der sie regelmäßig zu fangen sind und es erfordert ein höchstes Maß an Anpassung um größere Fänge zu erzielen. Das kann damit zusammen hängen, dass die Kehle einen sehr starken Raubfischbestand hat und die Futterfische deswegen eine gewisse Nervosität an den Tag legen. Jedenfalls fängt man sie ab und zu einmal mitten im Freiwasser (zumeist größere Exemplare, ideal ist der Einsatz einer unberingten Kopfrute), manchmal tief und knapp über dem Grund stehend (mit der Feederrute und sehr feinen Vorfächern) oder auch mitten in den Seerosen (mit einem gut ausgebleiten Waggler). Rotfedern sind verhältnismäßig einfach fast über das ganze Jahr hinweg zu fangen. Diese stehen zumeist im Mittelwasser knapp unter der Wasseroberfläche und unter den überhängenden Büschen.

Wie fängt man im Willersinn…

Waller / Wels

Der Willersinn beheimatet unter anderem den größten Süßwasserfisch Europas - den Wels/ Waller (Silurus glanis).

 

Da der See im Hochwassereinzugsgebiet des Rheins liegt, hat er bei jedem Hochwasser Verbindung zu diesem. Bei solchen Hochwassern ziehen die Welse auf der Suche nach nach Nahrung aus dem Hauptstrom in die überfluteten Wälder und Wiesen. Auf diesen Streifzügen gelangen sie in den Willersinn, wo einige Exemplare ganzjährig verweilen.

 

Die Welse haben sich als Allesfresser an das massive Vorkommen von Schwarzmaulgrundeln und amerikanischen Kamberkrebsen

angepasst und diese im Willersinn zu Ihrer Hauptnahrung gemacht. Somit spielen sie bei der Bekämpfung von invasiven Arten ( Neozonen) die nicht in unser Ökosystem gehören eine wichtige Rolle und tragen somit zu einem biologischen Gleichgewicht im See bei.

Neben Grundeln und Krebsen ernährt sich der Wels von anderen Fischen, aber auch Schnecken und Würmer stehen auf seinem breit gefächerten Speiseplan. Bei Gelegenheit werden Kleinsäuger wie Ratten und Mäuse und kleinere Wasservögel ebenfalls nicht verschmäht.

 

Hingegen der landläufigen Meinung, der Wels sei eine gierige Fressmaschine, zählt er zu den effektivsten Nahrungsverwertern unter den Fischen. So benötigt er um selbst ein Kilo zuzulegen  nur etwa 2 Kilo Nahrung ( zum Vergleich: Hecht etwa 12-15 Kg und Zander bis zu 30 Kg). Bei seinen meist nächtlichen Raubzügen verhält sich der Wels unter anderem kannibalisch und sorgt somit selbst dafür, dass sein Bestand in einem gesunden Verhältnis zum restlichen Fischbestand steht.

Nachdem er gefressen hat, liegt er oft Tage lang am Gewässergrund oder in versunkenen Bäumen um zu verdauen. Da der Wels nicht jeden Tag frisst, ist er nicht ganz einfach zu fangen. Bei der Jagd auf den  Süßwassergiganten kann auf alle gängigen Techniken des Welsangelns zurückgegriffen werden. Die Durchschnittsgröße der Welse im Willersinn beträgt etwa 120cm-150cm. Trotzdem sollte aufgrund zahlreicher Muschelbänke und versunkener Bäume relativ starkes Gerät verwendet werden um Abrisse zu vermeiden.

Spinnangeln und Fireball versprechen am Tag gute Chancen einen ruhenden Wels zum Biss zu verleiten. Beim Ansitzangeln kann auf die gesamte Köderpalette wie Köderfisch, Krebse, Leber, Tintenfische und Würmer zurückgegriffen werden.

 

Bitte das Nachtangelverbot gemäß dem Pachtvertrag mit dem Forst beachten und einhalten.

Zander

Die eben genannte Aal Fangmethode mit der Heavy Feeder oder Zitterspitz Rute, funktioniert übrigens auch beim Zander hervorragend.

Wer auf Zander lieber mit der Spinnrute fischt, dem empfehlen wir lebhafte Twister oder Shads  im Schwarzmeergrundel Design (diese Farbe wird im Fachhandel oft als „Motoroil“ bezeichnet) mit abgeschrägtem Stehauf Bleikopf, welche immer nur sporadisch über den Grund gezupft oder gezogen werden (damit etwas Bodensediment aufgewirbelt wird). Da der See tief ist und die Fische vorsichtig beißen, macht die Bestückung mit einer geflochtenen Schnur durchaus Sinn. Die Drop Shot Montage ist wahrscheinlich auch sehr erfolgreich, wird aber bisher nur sporadisch eingesetzt, obschon diese bei den genannten Bedingungen sicherlich Sinn machen würde. Beim Angeln auf Zander ist die zurückhaltende Köder Präsentation und die Verwendung von messerscharfen Einzel Haken (also Finger weg von diesen stumpfen, brünierten Drillingen!) extrem wichtig. Wer das Angeln mit der Pose und totem Köderfisch bevorzugt, der kann durchaus auch vom Ufer aus Erfolg haben.  Um die Zander zu finden sind oftmals keine weiten Würfe notwendig, sondern man fängt diese sehr oft in Tiefen von 6m (im Sommer) bis 13m (im Winter) und hierbei reicht es, wenn man –je nach Stelle- nur ca. 8-10m weit hinauswirft, da das Ufer im Willersinn zumeist schnell auf die gewünschte Tiefe abfällt. Beim Angeln mit der Pose verwendet man dünne Schnüre (0,18mm bis 0,25mm), messerscharfe Einzelhaken (die toten Köderfische im Kieferbereich einhaken)  und Posen mit langen, dünnen Antennen welche ausgebleit werden, wie bei einer Schleien Waggler Montage. Der Biss des Zanders auf toten Köderfisch ist der der Schleie übrigens sehr ähnlich. Angeschlagen sollte erst werden, wenn die Pose in die Höhe steigt, kurz abtaucht, diese ca. 2 – 5 Meter weiterläuft und dann wieder stehenbleibt und kurz hochnickt. Dann hat sich der Zander mit dem Köderfisch aus der Gruppe entfernt, ist vor Futterneidern sicher und dreht den Fisch im Maul, damit er ihn mundgerecht aufnehmen kann.

Schleien

Der Willersinn beherbergt wirklich imposante Exemplare, welche man manchmal in kleinen Trupps zwischen den versunkenen Ästen und Büschen herumziehen sieht. Typisch für Baggersee-Schleien ist, dass auch diese sehr aktiv sind und auch an sonnigen Tagen und bei starker Sonneneinstrahlung gefangen werden können. Manchmal reicht ein zappelnder Tauwurm, der zwischen dem Gehölz angeboten wird, aber oftmals muss man den Fischen wirklich Fallen stellen bzw. muss man sich durch die vielen Brassen „hindurchangeln“. In den Abendstunden kommen die Fische oftmals in den Uferbereich bis vor die Füße geschwommen und es macht Sinn, vor der Krautkante (und eben nicht dahinter, wie viele Angler fälschlicherweise vermuten) in ca. 1m  Wassertiefe Mais oder ein Stück Leber am Waggler anzubieten. Die Fische (zeigen) machen sich dann durch einen Blasenteppich bemerkbar, welcher sich doch etwas von anderen Fischarten unterscheidet. Die Blasen sind nervös und stecknadelfein und bewegen sich nicht sehr schnell von der Stelle. Bei starkem Wind macht es Sinn, Montagen mit einer Selbstanschlagmethode zu wählen, nur sollte diese dann etwas kleiner ausfallen und als Köder machen zwei gequollene Maiskörner am Haar den Unterschied. Diese werden von den Grundeln verschmäht und sind nicht so einfach vom Haar herunter zu ziehen.

Rotaugen

Die Rotaugen im Willersinn sind sehr aktiv und sehr schwer zu orten. Manchmal scheinen diese wie ausgestorben, während man sie plötzlich und aus dem Nichts kommend, zu tausenden im Mittelwasser sehen und einige dutzend davon fangen kann. Im Uferbereich trifft man diese Fischart –momentan- zumeist nur in den frühen Abendstunden an. Die Gründe hierfür können vielfältig sein: Zum einen ist der Willersinn –wie schon gesagt- eines der klarsten Gewässer der Region und Rotaugen sind in diesem Gewässertyp generell bekanntlich sehr schwer zu fangen, weil sie als extrem schnurscheu gelten. Die Kormoran-Population und der starke Raubfischbestand zwingt die Fische ständig (ohne Komma) den Aufenthaltsort zu wechseln und nach neuen Unterständen zu suchen. Interessanterweise konnten wir die Fische oftmals -aus dem Boot heraus- mit der Kopfrute knapp über der Sprungschicht fangen. Als Köder und als Futterzusatz verwenden wir dann Pinkies (weil diese sehr langsam absinken) und ein Anfüttermittel bestehend aus Kakao, Milchpulver und einem feingemahlenen Lauben-

(bspw. SENSAS SURFACE) und Rotaugenfutter. Manchmal wurden auch kapitale Fische direkt unter Büschen gefangen, ebenfalls im Mittelwasser und nur selten am Grund.

Karpfen

Im Vergleich zu vielen anderen Gewässern gibt es im Willersinn eben nicht nur wenige „Hotspots“, um die dann die Karpfenangler „konkurrieren“ müssen, sondern an sich sind die Karpfen fast überall im See zu fangen. Überall wo Bäume ins Wasser ragen, abgestorbene Bäume und Baumstümpfe liegen, sich Muscheln ansammeln oder wo leichte Erhöhungen (Barschberge) ins Wasser laufen, finden sich früher oder später die Karpfen ein. (leer) An fast jeder Stelle ruhen Trupps von 8-12 Fischen, welche bei idealem Luftdruck plötzlich in Bewegung geraten. Die Komplexität besteht darin, die Fische zu finden und zu fangen, wenn diese ruhen. Jede Veränderung des Wasserstands hat enormen Einfluss auf diese Fischart und eine Stelle, welche in einem Jahr als Topstelle galt, kann sich im darauffolgenden Jahr als kompletter Flop herausstellen. Das macht das angeln spannend und sorgt dafür, dass jeder entspannt und ohne Druck von außen angeln kann. Niemand muss morgens um 4 Uhr aus dem Bett kriechen, weil er Angst haben muss, dass die einzige erfolgreiche Stelle besetzt sein könnte. Die Karpfen werden nahezu den ganzen Tag über gefangen und es gibt von den Fischen keine präferierte Uhrzeit zur Nahrungsaufnahme. Selbst an Tagen mit kritischem Luftdruck und absoluter Windstille werden oftmals noch vereinzelt Fische gefangen.

Eine spannende Art des Fischfangs ist, wenn man die Fische mit dem Angelboot sucht und sie mit der schweren Matchrute und entsprechend robuster Montage gezielt anwirft. Ansonsten ist auch im Willersinn die Boilie-Angelei klar im Vorteil. Wichtig ist, dass man eine monofile Schnur wählt, welchen den Durchmesser von 0,40mm nicht unterschreitet und man die Ruten –wenn man im Uferbereich angelt- wenn möglich etwas hochstellt, damit die Schnüre nicht von den scharfkantigen Dreikantmuscheln gekappt werden. Große Anfütteraktionen sind nicht nötig (diese locken nur unnötig Schwarzmeergrundeln auf die Futterstelle) und haben in der Vergangenheit auch nicht wesentlich mehr Erfolg gebracht, als wenn man bestimmte Stellen einfach mit großen Ködern gezielt und zurückhaltend angefüttert hat.

Bitte bedenken Sie, dass die „Trophäenangelei“ verboten ist (leer) und agieren sie entsprechend am Wasser.

Aal

Aale werden im Willersinn –wie auch in der Kehle- zwar nur sporadisch besetzt, aber durch die Verbindung zum Rhein erfolgt ein natürlicher Austausch und es werden immer mal wieder große Exemplare beim Angeln mit toten Köderfischen gefangen.   Über den Bestand sagt dies nicht wirklich etwas aus, weil es viel zu wenige Angler gibt, welche den Aal in unseren Gewässern gezielt beangeln. In klaren Gewässern bildet sich im Winter und im Frühjahr -durch die absterbenden Wasserpflanzen- eine schwache Schwefelschicht, welche langsam absinkt und sich auf dem Boden sammelt.  Hierbei kann es passieren, dass auch Jungbrut und kleine Fische zugrunde gehen (das ist in der Natur ein ganz normaler Prozess und kein Grund  um nervös zu werden), welche sich in ca. 6m Wassertiefe ansammeln. Wir konnten die Erfahrung machen, dass sich die Aale selbst im Winter bei niedrigen Wassertemperaturen  auf die Suche machen und diese kleinen Fischchen einsammeln. Beim Angeln auf Zander ist es uns schon einige Male passiert, dass der Aal den toten Köderfisch aufgenommen hat. Aale werden bei der Futteraufnahme gemeinhin unterschätzt und man geht oft davon aus, dass die Fische beim Fressen unseres Köders „so richtig zupacken“. Aber das ist nicht richtig. Aale können sehr vorsichtig beißen und sind nur tumb, wenn die Bedingungen (stabiler Luftdruck, schwüle Nächte) über mehrere Tage stabil sind. Natürlich kann man dem Aal mit dem Sargblei und einer einfachen Wurmmontage nachstellen. Aber man wird dann nicht vermeiden können, dass man ab und zu eine Grundel fängt, das heißt, man sollte den Köder und die Montage öfters  überprüfen. Eine in Deutschland kaum beachtete, aber sehr erfolgreiche Methode  ist das angeln mit dem Heavy Feeder  oder der Zitterspitze auf Aal. Hierbei wird der Futterkorb mit einem in Fischöl getränkten Toastbrot gefüllt und als Köder wird ein Fischfetzen am Haar (wie beim Angeln auf Karpfen) angeboten. Der Futterkorb sollte schwer, d.h. die Montage sollte leicht überbleit sein, damit etwas Zug auf der Rutenspitze ist.  Der Futterkorb oder das Blei sollte dabei nicht gleiten, sondern fest montiert sein. Der Aal nimmt den Köder am Haar auf (Länge des Vorfachs nur ca. 20 bis 30 cm) und durch die Schnur bzw. Rutenspannung schlägt sich der Aal von alleine an.  Der Vorteil dieser Methode  ist, dass der Fang sehr fischschonend ist und der Haken immer vorne im Maul sitzt, d.h. der Fisch kann den Köder nicht schlucken.